Plattformen, die seit Jahren tragen

In fast 30 Jahren haben wir über 300 Projekte für Kunden aus Energiewirtschaft, Logistik, Industrie, Finanz- und Risikomanagement sowie Media realisiert. Unsere beste Referenz ist nicht ein einzelnes Projekt, sondern die Dauer unserer Kundenbeziehungen.

Branchen, die wir kennen

Energiewirtschaft · Logistik & Automotive · Finanz- & Risikomanagement · Industrie · Verlagswesen · Behörden · Handwerk

Unsere Lösungen sichern den Marktvorsprung unserer Kunden. Aus Respekt vor strengen NDAs führen wir unsere Erfolge anonymisiert auf. Diskretion ist für uns die Basis einer echten Partnerschaft. Auf Wunsch stellen wir im persönlichen Gespräch den Kontakt zu Referenzkunden her.

Für einen führenden europäischen Hersteller von Transportlösungen · 2019–heute

Cloud-native IoT- und Telematik-Plattform für über 150.000 vernetzte Fahrzeuge

Leistungen: IoT-Plattformen · Cloud-Transformation · KI in Produktion · Plattform Stewardship

Ausgangslage

Telematik ist für einen Fahrzeughersteller längst kein Zubehör mehr, sondern Geschäftsgrundlage: Flottenbetreiber erwarten, ihre Fahrzeuge in Echtzeit zu sehen, Kühlketten lückenlos nachzuweisen und Ausfälle zu vermeiden, bevor sie entstehen. Die bestehende On-Premise-Architektur unseres Kunden war für eine kleinere Flotte gebaut worden und stieß nun spürbar an ihre Grenzen. Jedes neu angebundene Fahrzeug erhöhte die Last, Skalierung bedeutete Hardware-Beschaffung statt Knopfdruck, und die Stabilitätsrisiken wuchsen mit jedem Quartal. Zugleich war klar: Die Zukunft des Geschäfts liegt in datengetriebenen Services, und dafür braucht es ein Fundament, das nicht nur den heutigen Betrieb trägt, sondern das Kommende ermöglicht.

Die Anforderung war deshalb anspruchsvoller als eine klassische Migration: Die Plattform sollte cloud-native neu entstehen, die Bestandsflotte ohne Serviceunterbrechung übernehmen und von Anfang an als digitaler Kern für neue Geschäftsmodelle ausgelegt sein.

Die Lösung

Wir haben die Plattform als verteilte, horizontal skalierbare Cloud-Architektur vollständig neu aufgebaut und die produktive Flotte in nur 14 Monaten migriert. Statt die alte Architektur in die Cloud zu kopieren („Lift and Shift"), haben wir sie neu gedacht: Event-Streaming als Rückgrat für die Nachrichtenverarbeitung, Container-Orchestrierung für elastische Skalierung, spezialisierte Speicher für die Analyse großer Sensordatenmengen. Die gesamte Infrastruktur haben wir als Code beschrieben, sodass jede Umgebung reproduzierbar und jede Änderung nachvollziehbar ist.

Heute verarbeitet die Plattform die Telemetrie von über 150.000 aktiv angebundenen Fahrzeugen, und zwar herstellerübergreifend: Sie integriert nicht nur die Fahrzeuge unseres Kunden, sondern auch Fremdfabrikate, unabhängig von der jeweils verbauten Telematik-Generation. Jedes Fahrzeug liefert mehr als 600 unterschiedliche Sensorwerte, von Position und Temperatur über Reifendruck und Türstatus bis zu Bremsdaten. Im Normalbetrieb verarbeitet das System 250 bis 350 Nachrichten pro Sekunde und fängt Lastspitzen von über 1.000 Nachrichten pro Sekunde zuverlässig ab.

Für die Flottenbetreiber entstand darauf ein Portal, das weit über Positionsanzeige hinausgeht: Echtzeitsicht auf die gesamte Flotte unabhängig von der Hardware, frei konfigurierbare Alarme und Benachrichtigungen, vollständige Historien von Ereignissen, Positionen und Temperaturen. Auf Auftragsebene lassen sich Touren in Echtzeit überwachen, inklusive Ankunftsprognose und automatisch erzeugter Temperaturreports, wie sie die Kühlkette verlangt. Ein Monitoring-Modul verbindet proaktive Überwachung mit Predictive Maintenance, mit besonderem Augenmerk auf den Kühlaggregaten: Auffälligkeiten werden erkannt, bevor sie zu Ausfällen werden, Wartungen vorausschauend geplant statt im Störungsfall improvisiert.

Die Kommunikation verläuft dabei in beide Richtungen. Die Plattform empfängt nicht nur Daten, sondern kommandiert Funktionen wie Kühlaggregat oder Türsteuerung aus der Ferne und rollt über denselben Kanal Over-the-Air-Updates aus. Ein eigenes Update-Management-System plant und dokumentiert diese Kampagnen im Einklang mit den regulatorischen Vorgaben für Software-Updates im Fahrzeug: Jedes Update ist nachvollziehbar, jedes Fahrzeug bleibt regelkonform, ohne dass jemand physisch eingreifen muss.

Und die Plattform ist zum Geschäfts-Fundament geworden, das sie sein sollte: Für die Nutzer haben wir einen KI-gestützten Assistenten in Produktion gebracht, der Fragen zu Fahrzeugen und deren Daten in natürlicher Sprache beantwortet, gekoppelt an den tatsächlichen Datenkontext.

Das Ergebnis

Seit dem Start in der Cloud ist die Zahl der angebundenen Fahrzeuge von rund 30.000 auf über 150.000 gewachsen — ohne Architekturumbau, denn die Auslegung trägt bis über 600.000 Fahrzeuge. Die Plattform trägt heute den Telematikbetrieb einer der größten vernetzten Trailer-Flotten Europas. Und sie ist kein abgeschlossenes Projekt: Im Rahmen unseres Plattform Stewardships sichern, betreiben und entwickeln wir das System seit dem Go-live kontinuierlich weiter: mit demselben Team, rund um die Uhr überwacht, mit automatisierten Last- und Integrationstests in jeder Auslieferung.

Zahlen & Fakten

150.000+ Fahrzeuge (Start: 30.000) · ausgelegt auf 600.000+ · 250–350 Nachrichten/Sekunde, Spitzen über 1.000 · 600+ Sensorwerte pro Fahrzeug · Migration in 14 Monaten · Betrieb in der EU

Technologie

.NET, Angular, Microsoft Azure, Kubernetes, Event-Streaming, Infrastructure as Code, CI/CD mit automatisierten Unit-, Integrations- und Lasttests, 24/7-Monitoring

Für einen führenden europäischen Hersteller von Transportlösungen · 2025–2026

KI-gestützte Optimierung: 15.000 Aufträge disponiert in unter 5 Minuten

Leistungen: KI in Produktion · Individuelle Plattformentwicklung

Ausgangslage

Es klingt nach einem Detail, ist aber ein Problem mit vielen Dimensionen: Für jedes produzierte Fahrzeug muss die passende Kombination aus Reifen, Rädern und Ventilen bestimmt werden, bis hin zum konkreten Komplettrad. Was trivial wirkt, ist in Wahrheit ein hochdimensionales Optimierungsproblem, denn die Auswahl folgt konkurrierenden Kriterien: Kosten sprechen für die eine Kombination, die für die CO₂-Regulatorik relevanten Effizienzwerte für eine andere, vertraglich zugesicherte Lieferanteile und Kapazitätsgrenzen der Lieferanten für eine dritte. Wer hier nur nach einem Kriterium entscheidet, verletzt zwangsläufig ein anderes.

Bislang wurde diese Zuordnung weitgehend manuell getroffen: ein aufwendiger Schritt, der Fachkapazitäten band, Stunden dauerte und bei dem niemand belegen konnte, ob das Ergebnis wirklich das beste über alle Ziele hinweg war. Der Kunde suchte eine Lösung, die diese Zuordnung vollautomatisch und nachweisbar optimiert vornimmt und sich nahtlos in den bestehenden Konfigurationsprozess einfügt, statt ihn umzubauen.

Die Lösung

Klassische regelbasierte Automatisierung scheitert an solchen Problemen: Die Zahl möglicher Kombinationen ist zu groß, um sie durchzuprobieren, und starre Regeln können konkurrierende Ziele nicht ausbalancieren. Wir haben deshalb ein evolutionäres Optimierungsverfahren umgesetzt, einen Ansatz, der der Natur abgeschaut ist: Das System bewertet eine Zuordnung über eine Score-Funktion, verändert sie regelbasiert und behält nur die Veränderungen, die das Gesamtergebnis verbessern. Über viele Generationen nähert es sich so einer Lösung an, die über alle Ziele hinweg sehr gut ist: nicht perfekt in einem Kriterium auf Kosten aller anderen, sondern optimal im Ganzen.

Die Auswahl erfolgt mehrstufig: erst die Reifen, dann Räder und Ventile, abschließend das konkrete Komplettrad. Dabei berücksichtigt sie kommerzielle, ökologische, technische und vertragliche Kriterien gleichzeitig. Für jede Komponente lassen sich mehrere gewichtete Ziele vorgeben; die Gewichtung ist konfigurierbar, sodass sich veränderte Prioritäten ohne Neuentwicklung abbilden lassen. Zusätzlich verteilt das System die Mengen über die Zeitblöcke möglichst gleichmäßig auf die Lieferanten, um Ballungseffekte in der Beschaffung zu vermeiden.

Wichtig war uns die Ehrlichkeit des Systems: Nicht auflösbare Zuordnungen oder überschrittene Kapazitätsgrenzen werden nicht stillschweigend „irgendwie" gelöst, sondern strukturiert über eine Alert-Funktion zurückgemeldet. Die Entscheidung über den Umgang damit bleibt beim Menschen. Simulationsläufe erlauben es zudem, alternative Zielsetzungen und Zeitraumaufteilungen durchzuspielen, bevor real disponiert wird: Was kostet es, die Effizienzziele höher zu gewichten? Was passiert, wenn ein Lieferant ausfällt? Ein BI-Dashboard macht die Effekte jeder Optimierung unmittelbar sichtbar: Kennzahlen wie durchschnittliche Effizienzwerte und Kosten jeweils vor und nach dem Lauf.

Das Ergebnis

Aus einem manuellen Prozess, der Stunden dauerte und Fachkapazitäten band, wurde ein automatisierter, nachvollziehbarer Lauf von unter fünf Minuten, mathematisch optimiert über 15.000 Aufträge und mehr als 300 Materialien, bei garantierter Einhaltung vertraglicher Lieferanteile und Kapazitätsgrenzen. Der Effekt der Optimierung ist dabei nicht Behauptung, sondern Messwert: Das Dashboard weist ihn für jeden Lauf aus.

Zahlen & Fakten

15.000 Aufträge · 300+ Materialien · Ergebnis in unter 5 Minuten statt Stunden manueller Arbeit · mehrere gewichtete Ziele je Komponente · Simulationsläufe für Was-wäre-wenn-Szenarien

Technologie

Cloud-native im Azure-Tenant des Kunden, vollständig als Infrastructure as Code, In-Memory-Berechnung über mehrere Prozessorkerne, abgesichert über virtuelles Netzwerk und Managed Identity, BI-Anbindung über Data-Warehouse-Pipeline, ausgelegt für die Anbindung an die bestehende ERP-Landschaft

Für einen führenden europäischen Hersteller von Transportlösungen · 2017–2019

Multilinguale Guided-Selling-Anwendung für den weltweiten Vertrieb

Leistungen: Individuelle Plattformentwicklung · Cloud-Transformation

Ausgangslage

Ein weltweit tätiger Vertrieb hat ein strukturelles Problem: Das Wissen der besten Vertriebsexperten steckt in Köpfen und verstreuten Dateiablagen: welche Argumente ziehen, welche Unterlagen überzeugen, welche Optionen zum Kunden passen. Jede Region präsentiert anders, Unterlagen veralten unbemerkt, und regionale Besonderheiten wie Winterausstattung in nördlichen oder Sonnenschutz in südlichen Märkten müssen jedes Mal neu zusammengesucht werden. Dazu kommt eine sehr praktische Hürde: Vertriebsgespräche finden dort statt, wo der Kunde ist: auf Betriebshöfen, in Werkhallen, in Regionen ohne verlässliche Netzverbindung.

Der Kunde suchte ein weltweit einheitliches Werkzeug, mit dem Vertriebsmitarbeitende für jeden Kunden individuelle Showcases zusammenstellen und präsentieren können: mehrsprachig, regional passend, zentral gepflegt und dennoch überall einsatzbereit, auch offline.

Die Lösung

Wir haben eine Guided-Selling-Anwendung entwickelt, die das gebündelte Wissen der besten Vertriebsexperten strukturiert verfügbar macht. Der Kern ist ein flexibler Presenter, der die passenden Inhalte kategorisiert aufbereitet, von allgemeinen Produktinformationen über Flyer, Broschüren und Wertargumentation bis zu Fotos und Videos. Produkte, Aktionen und die zugehörigen Dokumente werden zentral verwaltet und lassen sich je Kundensituation konfigurieren: Der Vertriebsmitarbeitende stellt aus geprüften, aktuellen Bausteinen die individuelle Präsentation zusammen, statt sie jedes Mal neu zu erfinden.

Das Fundament dafür ist ein zentrales Media-Asset-Management: Marketingbilder, Grafiken, Dokumente und Videos werden versioniert und mehrsprachig vorgehalten und sind über individuelle Schlagworte gezielt auffindbar. Eine Administrationsoberfläche deckt Produktmanagement, die Zuordnung von Daten und Texten, die Mehrsprachigkeit sowie Rollen und Rechte ab. Die Pflege bleibt zentral, die Nutzung global.

Die eigentliche technische Herausforderung war der Offline-Betrieb. Wir haben die Anwendung konsequent local-first konzipiert: Benötigte Inhalte werden vorab ausgecheckt und lokal auf dem Endgerät bereitgestellt; eine lokale Datenbank macht die Anwendung ohne jede Verbindung voll einsatzfähig. Ein leistungsfähiger Synchronisationsmechanismus verteilt die abonnierten Inhalte auf die Clients und hält sie aktuell, sobald wieder Verbindung besteht. Der Nutzer merkt davon nichts, seine Unterlagen sind einfach da und aktuell. Ein responsives Design sorgt dafür, dass das vom Notebook bis zum Tablet funktioniert, im Besprechungsraum wie auf dem Betriebshof.

Das Ergebnis

Der weltweite Vertrieb erhielt ein einheitliches Werkzeug, um Kunden individuell, mehrsprachig und regional passend anzusprechen, online wie offline, auf jedem Gerät. Hochwertige, stets aktuelle Vertriebsunterlagen sind an jedem Ort der Welt verfügbar; das Wissen der besten Vertriebsexperten kommt in jedem Gespräch an, nicht nur in denen der Erfahrensten.

Zahlen & Fakten

Weltweiter Einsatz · rund 20 Sprachen · voll offline-fähig durch Local-First-Architektur · plattformübergreifend bis zum Tablet · zentrales, versioniertes Media-Asset-Management

Technologie

.NET, Angular, Electron (Cross-Platform), Azure mit Kubernetes, lokale Offline-Datenbank mit Synchronisationsmechanismus, Single Sign-On über die Identitätsdienste des Kunden

Für einen führenden europäischen Hersteller von Transportlösungen · 2020–2022

Identity- und Access-Management für tausende Nutzer

Leistungen: Individuelle Plattformentwicklung

Ausgangslage

Wer in einem Industrieunternehmen mit tausenden Mitarbeitenden steuern will, wer worauf zugreifen darf, kämpft an vielen Fronten gleichzeitig: Eintritte, Austritte und interne Wechsel müssen sich zuverlässig in Berechtigungen niederschlagen; Geräte und Software wollen verwaltet, bestellt und zugeordnet werden; und am Ende sollen die IT-Kosten verursachungsgerecht auf die Bereiche verteilt sein. Bei unserem Kunden liefen diese Prozesse über verstreute Einzelwege: E-Mails, Zurufe, Formulare. Das erzeugte Aufwand und kostete Nachvollziehbarkeit. Besonders kritisch: Beim Austritt von Mitarbeitenden vollständig sicherzustellen, dass alle Zugänge entzogen sind, ist über Einzelwege praktisch unmöglich, ein Risiko, das jeder Auditor sofort findet.

Gesucht war eine zentrale Lösung, die Identitäten, Berechtigungen und die zugehörigen IT-Betriebsprozesse über das gesamte Unternehmen hinweg steuert, vom ersten bis zum letzten Arbeitstag eines Mitarbeitenden.

Die Lösung

Das von uns entwickelte System steuert die On- und Offboarding-Prozesse durchgängig: Beim Eintritt werden Zugänge, Rechte und Ausstattung zuverlässig und nachvollziehbar eingerichtet, beim Austritt vollständig wieder entzogen. Was nach Selbstverständlichkeit klingt, ist in gewachsenen Organisationen selten sauber gelöst und einer der wichtigsten Compliance-Bausteine überhaupt: Kein verwaister Zugang bleibt zurück, jede Berechtigung hat einen dokumentierten Grund und ein dokumentiertes Ende.

Ein zentraler Baustein sind die Self-Service-Funktionen, die allen Mitarbeitenden den strukturierten Zugang zu den gängigen IT-Vorgängen eröffnen: Software und Geräte bestellen, Berechtigungen für Systeme, Ordner und Postfächer beantragen, jeweils über konfigurierbare Genehmigungswege, die sich an die Organisation anpassen lassen statt umgekehrt. Anfragen laufen strukturiert und nachvollziehbar, die IT-Organisation wird von Routinevorgängen entlastet und kann sich auf das konzentrieren, was Urteilsvermögen braucht.

Ergänzend verwaltet das System die Assets des Unternehmens, Geräte wie Software, und bildet die unternehmensinterne Weiterverrechnung der IT-Leistungen vollautomatisch ab, inklusive Reporting: Jeder Bereich sieht, welche IT-Leistungen er verursacht, und die Kostenzuordnung läuft im Hintergrund, ohne dass jemand Listen pflegt.

Das Ergebnis

Der Kunde verfügt über eine zentrale Steuerung für Identitäten, Berechtigungen und IT-Betriebsprozesse: weniger manueller Aufwand, höhere Nachvollziehbarkeit, verursachungsgerechte Kosten und ein Berechtigungswesen, das Prüfungen standhält. Nach der Umsetzung haben wir das System geordnet an die interne Entwicklung des Kunden übergeben, inklusive Dokumentation und Wissenstransfer. Seither verantwortet sie Betrieb und Weiterentwicklung selbst. Auch das gehört zu unserem Verständnis von Partnerschaft: Wir binden Kunden nicht, wir befähigen sie.

Zahlen & Fakten

Tausende Nutzer · durchgängiges On-/Offboarding mit vollständigem Rechteentzug · Self-Service für Software, Geräte und Berechtigungen · vollautomatische Kostenstellenverrechnung · geordnete Übergabe an die interne IT

Technologie

Angular, TypeScript, Microsoft Azure mit Kubernetes, Anbindung an Microsoft Entra für Identitäten und Berechtigungen

Für einen Betreiber dezentraler Energieerzeugung und Wärme-Infrastruktur im norddeutschen Raum · 1999–2024

Hybride IoT- und Betriebsplattform für die Energieversorgung — 24 Jahre im Einsatz

Leistungen: IoT-Plattformen · Plattform Stewardship · Legacy-Modernisierung

Ausgangslage

Ende der Neunzigerjahre war „IoT" noch kein Begriff, aber das Problem existierte bereits: Ein Energieversorger betreibt über ein großflächiges Netz verteilt tausende industrielle Anlagenkomponenten, und der Betrieb dieser Infrastruktur lief über gewachsene Insellösungen und dezentrale Schatten-IT. Störungen wurden entdeckt, wenn sie Wirkung zeigten; operative Prozesse wie Wartung, Störungsmanagement und Anlagenverwaltung liefen nebeneinander her statt ineinander. Für eine Infrastruktur, von der die Wärmeversorgung ganzer Regionen abhängt, war das auf Dauer kein tragfähiger Zustand.

Standardsoftware scheiterte an den extremen Anforderungen: an der Menge und Vielfalt der Anlagen, an der Integrationstiefe, an den Governance-Vorgaben einer kritischen Infrastruktur. Also entstand die Plattform als Individualentwicklung: von Grund auf, gemeinsam mit den Fachbereichen des Kunden.

Die Lösung

Die Plattform verwaltet tausende Wärme- und Energiekomponenten mit Millionen von Sensoren über das gesamte Netz hinweg. Sie verarbeitet Telemetrie- und Sensordaten aus Erzeugung und Verteilung in Echtzeit und macht den Zustand der Anlagen jederzeit sichtbar, vom einzelnen Aggregat bis zum Gesamtnetz. Auf dieser Datenbasis erkennt das System Anomalien, unterstützt vorausschauende Wartung und stößt bei Auffälligkeiten ein automatisiertes Incident-Management an: Aus einem Messwert wird eine Störmeldung, aus der Störmeldung ein disponierter Einsatz, ohne Medienbruch.

Denn die Plattform ist weit mehr als reines IoT: Sie wickelt die operativen Geschäftsprozesse des Betriebs durchgängig ab: von der Projektplanung über das Wartungs- und Störungsmanagement, die Anlagen- und Netzverwaltung und das Zählermanagement bis hin zur Verwaltung von Gefahrstoffen. Erst diese Verbindung von Maschinendaten und Geschäftsprozessen macht aus Messwerten Entscheidungen und aus Entscheidungen Handlungen.

Ein wesentlicher Teil der Aufgabe lag in der Integration: Über hunderte Schnittstellen bindet die Plattform die vorhandenen Systeme und Anlagen an, einschließlich der sicheren Integration von Leit- und Steuerungssystemen über etablierte Standards der Automatisierungswelt wie OPC UA. Aus Governance-Gründen und mit Blick auf die Anforderungen an kritische Infrastrukturen (KRITIS) ist die Lösung bewusst hybrid ausgelegt: Cloud-Dienste kombiniert mit dem Betrieb in eigenen Umgebungen, dort, wo Datenhoheit und Regulatorik es verlangen. Eine Hochverfügbarkeitsarchitektur mit standortübergreifender Redundanz und umfassenden Backup-Strategien sorgt für den durchgängig verlässlichen Betrieb. Bei einer kritischen Infrastruktur ist das nicht Kür, sondern Pflicht.

Und dann kommt die Dimension, die diese Referenz besonders macht: die Zeit. 24 Jahre lang haben wir die Plattform als Platform Stewards betrieben und kontinuierlich weiterentwickelt, durch mehrere Technologiegenerationen, veränderte Marktbedingungen und stetig wachsende regulatorische Anforderungen hindurch. Was 1999 begann, wurde nie „fertig" und nie Legacy: Es wuchs mit.

Das Ergebnis

Eine Infrastruktur, die zur Wärme- und Energieversorgung für Millionen von Menschen beiträgt: Echtzeitüberwachung, vorausschauende Wartung, operative Prozessabwicklung und durchgängige Integration in einer Lösung, unter den strengen Governance-Anforderungen einer kritischen Infrastruktur. 2024 haben wir die Plattform geordnet an die interne IT des Kunden übergeben, mit vollständiger Dokumentation und strukturiertem Wissenstransfer. Ein Vierteljahrhundert Partnerschaft, die auch im Abschied professionell blieb: der vielleicht stärkste Beleg dafür, was wir unter Plattform Stewardship verstehen.

Zahlen & Fakten

Millionen Sensoren · tausende Anlagenkomponenten · hunderte Schnittstellen · KRITIS-konform · 24 Jahre kontinuierlicher Betrieb und Weiterentwicklung · geordnete Übergabe an die interne IT

Technologie

.NET, hybride Architektur (Azure + eigene Umgebungen), OPC-UA-/SCADA-Integration, skalierbares Event-Streaming für große Datenströme, Hochverfügbarkeit mit standortübergreifender Redundanz und umfassenden Backup-Strategien

Für ein weltweit tätiges Unternehmen der Energie-Infrastruktur und Rohstofflogistik · 2016–2018

Echtzeitfähiges Risiko- und Ordermanagement für den globalen Bunkerkraftstoffmarkt

Leistungen: Legacy-Modernisierung · Individuelle Plattformentwicklung

Ausgangslage

Im internationalen Handel mit Schiffskraftstoffen ist Risikobewertung keine Verwaltungsaufgabe, sondern Existenzfrage: Jede Betankung ist eine Kreditentscheidung, jedes Portfolio verändert sich im Minutentakt, und die Gegenparteien sitzen über den ganzen Globus verteilt. Das bestehende Order- und Risikomanagementsystem unseres Kunden war über Jahre gewachsen und diesem Geschäft nicht mehr gewachsen: Risikobewertungen entstanden in nächtlichen Batch-Läufen: Wer morgens auf die Kennzahlen schaute, sah den Stand von gestern. In einem zeitkritischen, global verteilten Geschäft ist das nicht nur unbequem, sondern gefährlich.

Dazu kam das klassische Dilemma des Unersetzlichen: Das System war geschäftskritisch, tief in die Abläufe verwoben, und konnte doch nicht bleiben, wie es war. Abschalten unmöglich, Weiterbetrieb riskant. Genau die Lage, für die wir gebaut sind.

Die Lösung

Wir haben die Plattform vollständig neu entwickelt und dabei das Architekturprinzip umgedreht. Statt Daten zu sammeln und nachts zu verrechnen, ist das neue System konsequent ereignisgetrieben: Jede neue Information, ob Order, Zahlung oder Limitänderung, löst unmittelbar genau die Berechnungen und Prozessschritte aus, die von ihr betroffen sind. Kern der Plattform ist eine Risk Calculation Engine, die eingehende Finanzdaten in Echtzeit verarbeitet und die Risikobewertung unmittelbar neu berechnet. Änderungen im Portfolio schlagen dadurch innerhalb von Sekunden in den Risikokennzahlen durch, nicht erst am nächsten Morgen. Für ein jährliches Risikovolumen von über einer Milliarde Euro bedeutet das: Die Bewertung ist jederzeit belastbar, nicht nur einmal täglich.

Neben der Risikobewertung bildet die Plattform das gesamte Ordermanagement ab, von der Erfassung bis zur Abwicklung. Die zugehörigen Entscheidungsprozesse sind konfigurierbar: Freigabewege und Regeln lassen sich an die Anforderungen unterschiedlicher Märkte und Geschäftssituationen anpassen, ohne dass dafür Änderungen am Code nötig sind. Das Fachwissen über Prozesse liegt damit dort, wo es hingehört: bei den Fachbereichen, nicht im Quellcode.

Die heikelste Phase war die Ablösung selbst. Ein System, über das der laufende Handel abgewickelt wird, kann man nicht für eine Umstellung anhalten. Wir haben die Migration deshalb als kontrollierten Cutover im laufenden Betrieb vollzogen, vorbereitet durch Parallelbetrieb und Vergleichstests, bis sich das neue System bewiesen hatte. Der Handel lief ohne Unterbrechung weiter; eine Hochverfügbarkeitsarchitektur mit Hot-Standby sichert seither den unterbrechungsfreien Betrieb.

Das Ergebnis

Über 1.000 Nutzer in mehr als 100 Ländern arbeiten heute auf der Plattform, die jährlich über 100.000 Betankungstransaktionen verarbeitet. Aus nächtlichen Batch-Läufen wurden Risikokennzahlen in Sekunden; aus einem Altsystem, das niemand mehr anfassen wollte, eine moderne, ereignisgetriebene Plattform, die sich weiterentwickeln lässt. Und der Beweis ist erbracht, dass sich das Unersetzliche ersetzen lässt — im laufenden Betrieb, ohne das Geschäft anzuhalten.

Zahlen & Fakten

1 Mrd.+ € jährliches Risikovolumen · 1.000+ Nutzer · 100+ Länder · 100.000+ Transaktionen/Jahr · Risikoneuberechnung in Sekunden statt über Nacht · Ablösung ohne Unterbrechung des Handels

Technologie

Ereignisgetriebene Architektur, Risk Calculation Engine mit Echtzeitverarbeitung, konfigurierbare Freigabe- und Entscheidungsprozesse, Hochverfügbarkeit mit Hot-Standby, Ablösung per kontrolliertem Cutover im laufenden Betrieb

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